Inspiration

Sophia Stolz: Cake Art

Man nehme eine Portion Freigeist, ganz viel Kreativität, einen Teelöffel Wahnsinn, ein paar Gramm Genialität, eine Prise Mut, Ehrgeiz, haufenweise Disziplin ­und unendlich viel Leidenschaft – fertig ist das Kunstwerk. Sophia Stolz – unter ihrem Künstlernamen Stolzes bekannt – ist Cake Artist. Der Kuchen ist ihr ­Medium. Auf den Azoren aufgewachsen, kam sie mit acht Jahren mit ihren Eltern nach Wien und maturierte hier mit 18 Jahren. Die Kunstgeschichte-­Absolventin stand OOOM für ein Interview zur Verfügung und spricht über den Auslöser ihrer Backsucht, ihr kompliziertes Sein und ihre Träume.

Claudia Ohswald14. Dezember 2021 No Comments

Wo werden Ihre Kunst­werke in Wien hergestellt?
Ich habe eine Produktions­küche im ersten Bezirk. Das Wichtigste sind meine Hände, meine Zutaten, meine Formen und ein sauberer Arbeitsplatz. Grundsätzlich kann ich überall produzieren. Der Ofen muss funktionieren. Viel wichtiger jedoch sind ein großer Kühlschrank und ein großer Tiefkühler. 

Was sind Ihre Pläne?
Inszenierung, Storytelling. Marketing, Glück und die richtige Strategie. Ich möchte weg vom Geburtstagskuchen. Das habe ich lange genug gemacht. Mein nächster Schritt ist Set-Design: Mich hat über Instagram eine Set- Designerin aus Hollywood entdeckt. Jetzt arbeite ich an einem Hollywood-Film in Prag und in Paris. Es ist ein Film über Marie Antoinette, für den ich 14 Torten produzieren muss und das komplette Set-Design in Sachen „Food“ überhabe. Die Food-Szenen sind für diesen Film sehr essenziell und werden für das Cover und für Werbungen fotografiert. Ein banales Produkt kann verdammt gute Geschichten erzählen. Und – Oh my God: It‘s fucking Hollywood! Mein absolutes Traumziel jedoch wäre, für die Kardashians zu backen. 

Woher kommt Ihre Kreativität?
Ich habe alte Eltern und bin sehr speziell aufgewachsen. Ich war fast immer nur mit Erwachsenen zusammen. Meine Mutter ist sehr politisch und ultralinks. Ich war auf Demos und wusste im Volksschulalter mehr über den 2. Weltkrieg als über Computerspiele. Meine Inter­essen haben sich stets von Gleichaltrigen abgehoben. Ich wollte immer schon Business machen und ich habe bereits in meiner Jugend Businesspläne studiert. 

Hatten Sie eine Begegnung, die Sie bis jetzt nicht vergessen haben?
Ein Profipokerspiel in Las Vegas. Zwei deutsche Pokerspieler haben mich eingeladen während des Turniers, bei dem man sechs Millionen Dollar gewinnen kann, drei Wochen für sie zu backen. Damals war auch Kevin Hart dabei und wollte seine eigene Torte von mir. Dann habe ich die ganze Nacht durch­gebacken und einiges improvisiert und dadurch seine ganze Familie kennengelernt. Das war großartig. 

14. Dezember 2021