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Oscarpreisträger Stefan Ruzowitzky: Fenster zum Hof

OOOM besuchte den Star-Regisseur in seiner Villa in Klosterneuburg. Und sprach mit ihm über Kris Kristoffersons Drogenerlebnisse, den Albtraum Kickl, Tilda Swinton, den enttäuschenden Kanzler Kurz, die Abgründe der menschlichen Seele und Masud – jenen afghanischen Flüchtling, der seit drei Jahren zur Familie gehört.

Georg Kindel8. Mai 2019 No Comments
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Gibt es für jemanden wie Sie, der sich viel mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt hat, nicht einen Punkt, wo man sagt: Das läuft sehr ähnlich ab wie vor 80 Jahren?

Ich glaube nicht, dass so schnell wieder dieselben Dinge passieren, doch es gibt Parallelen dazu, wie der Nationalsozialismus groß geworden ist. Was sie dann gemacht haben, als sie an der Macht waren, ist in seiner Monstrosität natürlich unvergleichbar. Aber die Mechanismen, wie Randgruppen angeprangert werden, funktionieren bis heute. Da erhofft man sich, dass sich eine Gesellschaft mehr bemüht, das zu durchschauen.

Hat jeder Kunstschaffende eine moralische Verpflichtung?

Es ist schwierig. Vom Standpunkt eines Menschen, der Dinge inszeniert, um Wirkung zu erzielen, muss man überlegen: In welchem Forum treffe ich welche Aussage? Ich selbst versuche nicht, zu jedem Thema etwas zu sagen. Durch unsere Umstände betrifft mich das Flüchtlingsthema persönlich. Dazu sage ich auch gerne etwas. Mit Halbwissen überall etwas zu kommentieren, finde ich für mich persönlich eher kontraproduktiv.

OOOM sorgt für Gesprächsstoff: OOOMs Exklusivstory über Stefan Ruzowitzky brachte es bis auf das Titelblatt der Kronen-Zeitung, Österreichs größter und auflagenstärkster Tageszeitung.

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Aufmacher Foto: Marzena Wolowicz

8. Mai 2019