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Stephen DeBerry: Black Pioneer

Stephen DeBerry ist einer der wenigen schwarzen Risikokapitalgeber im Silicon Valley. Er hat sich in einer Branche behauptet, die von Weißen dominiert wird. Nur 1 Prozent des Venture Capitals in den USA geht an schwarze Unternehmer. Im OOOM-Gespräch spricht DeBerry über #BlackLivesMatter, den Alltag als Schwarzer in Amerika, Rassismus, die ganz normale Angst – und wie er es mit 16 Jahren erstmals erlebte, in den Lauf einer Polizeiwaffe zu sehen.

Christina Zappella-Kindel & Georg Kindel6. Oktober 2020 No Comments
Stephen DeBerry,Black Pioneer

Stephen DeBerry speaks during the Unplugged Session at TED2018 – The Age of Amazement, April 10 – 14, 2018, Vancouver, BC, Canada. Photo: Ryan Lash / TED

Nennen Sie drei Worte, die die aktuelle Situation in den USA beschreiben?

Learning to love – Lernen zu lieben. Wir finden es gerade heraus. Wir sind eine junge Gesellschaft, mit einer sehr schwierigen Geschichte. Viele von uns sind die Töchter, Söhne und Enkel von Menschen, die gewaltvoll gegen einander gekämpft haben, sich nicht verstanden und nicht gekannt haben. Und sie waren überzeugt davon, einander nicht gemocht zu haben. Das ist, was uns unsere Eltern und Großeltern erzählten. Ich glaube, dass meine Generation und alle, die nachkommen, verstehen, dass wir angelogen worden sind. Und dass es keinen Grund gibt, voreinander Angst zu haben. Ich glaube was aus all diesen Dingen hervorgeht, ist Freude. Wenn du das entdeckst, verbindest du dich mit anderen. Wenn Menschen sehen, dass sich etwas gut anfühlt, wollen sie wissen wie es funktioniert. Wir finden es gerade heraus. Unser Bildungssystem, unsere Politik, die Wirtschaft – alle Systeme haben uns beigebracht, wie wir uns bekämpfen können. Dabei könnten wir viel besser leben und viel mehr Spaß haben, wenn wir zusammenstehen. Es ist also ein Lernprozess.

Unser Bildungssystem, unsere Politik, die Wirtschaft – alle Systeme haben uns beigebracht, wie wir uns bekämpfen können. Dabei könnten wir viel besser leben, wenn wir alle zusammenstehen.

Ist es manchmal nicht einfach schwer? Man sieht die Nachrichten und wird wütend. Hilft Ihnen da Meditation?

Ohne Zweifel. Ich praktiziere immer noch und glaube an die Kraft der Stille. Ich glaube unsere Vorfahren sind mit uns und wir tragen ihre Kraft in uns und sind durch sie beschützt. Das ist eine große Kraftquelle, die nur mit Konzentration, Stille und Gebet angezapft werden kann. Stille trägt viel Kraft und Freude in sich.

Welche Botschaft möchten Sie gerne verbreiten?

Ich glaube, wir wollen, dass die Menschen in Österreich und in der Welt verstehen, dass wir gerade aufblühen. Und wir wollen, dass jeder uns dabei begleitet. Ich denke auf die gleiche Art, wie die USA nicht alle ihre Kinder gut behandelt hat, war die USA auch nicht immer der beste Nachbar zu unseren Freunden und Brüdern und Schwestern in anderen Teilen der Welt. Aber Teil des Aufblühens ist, ein Wiedergutmachen von allem Schaden, der angerichtet wurde. Ich möchte gern, dass die Menschen in Österreich und dem Rest der Welt wissen, dass wir das verstanden haben und bereit sind, diese Wiedergutmachung zu leisten – nicht nur zu Hause, sondern auch im Ausland. Und wir wissen, dass das auch gut für uns wäre und für andere und dass es die Dinge leichter für alle machen würde. Letztendlich sind wir alle gemeinsam in alledem. Das heißt: unser Kampf gerade ist auch euer Kampf. Wir werden da gemeinsam erfolgreich durchgehen. Das ist das Aufblühen, das wir alle erleben werden.

6. Oktober 2020