Top Stories

The Good Guy: George Clooney – sein wahres Ich

Wie tickt George Clooney, wie lebt er, was ist ihm wirklich wichtig? OOOM-Autorin Elisabeth Sereda über den echten George.

Elisabeth Sereda27. Februar 2017 No Comments

Smalltalk mit seinem besten Freund und Produktionspartner Grant Heslov (Foto: Rainer Hosch)

Die intelligente Vermarktung seines weltweiten Bekanntheitsgrades war George immer schon ein Anliegen. „Ja, ich werde überall auf der Welt erkannt. Mit einer einzigen Ausnahme: als ich zum ersten Mal nach Darfur ging, wurden wir an der Grenze im Tschad mit angelegten Gewehren aufgehalten. Dort erkannte mich keiner. Das war das einzige Mal, als mich ein bisschen Berühmtheit nicht gestört hätte“, scherzt er heute. Nachdem er seine Karriere auf qualitativ hochwertigen Filmen wie „Syriana“, „Michael Clayton“ oder „Argo“ aufgebaut hatte, begann er sich mehr und mehr mit humanitären Projekten zu beschäftigen. Blockbuster dreht er dazwischen für Geld, ebenso wie die alljährliche Kaffeewerbung. Seine Tequila-Company Casamigos ist reines Hobby. Die hohen Gagen bei Werbungen und Studioprojekten ermöglichen ihm einerseits politische Filme zu drehen, die nicht immer ein Massenpublikum erreichen, und andererseits das „Satellite Sentinel Project“ aus eigenen Mitteln finanziell zu unterstützen. Bevor er Investoren gefunden hatte, zahlte er anfangs auch oft persönlich die monatliche Erhaltung des Satelliten.

Radikaler Linker. Der bekennende „radikale Linke” ist zwar nicht radikal und nur aus amerikanischer Sicht ein Linker. Aber sein persönliches Engagement auf nationaler und internationaler Ebene ist sowohl in politischer als auch in beruflicher Hinsicht beachtenswert. Er hat weder auf der einen noch auf der anderen Ebene Angst, sich Feinde zu machen. In seinem nächsten Film, „Hacked Off“, heißt der Bösewicht Rupert Murdoch. Das Urgestein des Sensationsjournalismus wird sich in Georges Inszenierung, die den britischen Hacker-Skandal in all seinen unschönen Details zum Thema hat, wohl nicht sehr gefallen. Stoppen kann der „Alte“ den Film nicht – er wird nicht von seinem Studio, Twentieth Century Fox, finanziert.

George ist furchtlos. Er ist einer der liebenswertesten Menschen, die ich kenne, berühmt oder nicht. Er ist auch einer der smartesten und gebildetsten und hat bei Weitem den besten Sinn für Humor in Hollywood. Er ist ein großartiger Gastgeber und ein loyaler Freund. „Wenn du die Position im Leben erreichst, in der ich mich befinde, hast du den goldenen Pokal gewonnen. Du hast Glück gehabt. Und ich glaube, dass Leute, die nicht ganz so viel Glück hatten wie ich, mit Recht sehr wütend wären, wenn sie das Gefühl hätten, ich wäre nicht verdammt dankbar.“

OOOM ist das erste große Magazin für Menschen, die Inspiration suchen: Rund 200 Seiten stark, erscheint es viermal jährlich mit exklusiven Interviews, spannenden Stories und Beiträgen von bekannten Schriftstellern und Top-Autoren. Es ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Zeitschriftenhandel und am Kiosk erhältlich.

27. Februar 2017