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Thomas Faulmann: Wie wir kochen

DIE KÜCHENTRENDS 22: Puristische, reduzierte Hightech-Küchen * Glas und Metall als Trend * Dampfgaren statt Mikrowelle * Küchenbudgets höher als je zuvor * Trend zur Profiküche für daheim. Faulmann & Faulmann-Geschäftsführer Thomas Faulmann über die Trends bei modernen Küchen - und warum immer mehr Männer hinter dem Herd stehen.

OOOM Trend-Redaktion1. März 2022 No Comments

Die Investments in die eigenen vier Wände haben seit der Pandemie stark zugenommen. Gibt es auch einen Trend zur Neugestaltung der eigenen Küche?

Auf jeden Fall. Da die Leute zu Hause waren, haben sie gesehen, was alles nicht so optimal in ihren bestehenden Küchen läuft und wollten Verbesserungen haben. Ganz stark haben wir das auch beim Geräteaustausch festgestellt. Früher waren Küchen im deutschsprachigen Raum meist im Landhausstil gehalten.

Wohin geht der Küchentrend heute?
In Richtung einer puristischen Ausführung: reduzierter, eine klare Linienführung, grifflos. Eine zeitlose Architektur.

Welche Elemente sind heute bei einer Küche besonders wichtig?
Der Trend geht zu größeren Kühlgeräten, zu größeren Backöfen, zu größeren Kochstellen. Weg von Glaskeramik oder Gas hin zu Induktionskochstellen. Es ist zeitgemäßer und viel pflegeleichter. Der Dunstabzug wird in die Kochstelle integriert, zum Beispiel als versenkbares Element in die Arbeitsplatte. Ein großer Trend sind auch Dampfgarer. Wir verkaufen kaum mehr Mikrowellen, der Dampfbackofen ist die höchste Kategorie, weil er Garer und Backofen in einem Gerät vereint. Das kommt eigentlich aus der Gastronomie, in der Profiküche gibt es das seit 50 Jahren.

Wollen immer mehr Kunden auch zu Hause wie ein Profi kochen?
Es gibt einen klaren Trend in Richtung Professionalisierung der eigenen Küche. Es wird heute viel kreativer gekocht, leichter und gesünder, oft auch mehrgängige Menüs. Wir verkaufen heute auch mehr Weinkühler als je zuvor, weil heute zu Hause wirklich eine richtige professionelle Bewirtung der Gäste stattfinden soll.

Nach welchen Kriterien entwickeln Sie die optimale Küche für Kunden?
Zunächst nach der baulichen Situation und den konkreten Wünschen, zum Beispiel zum Material: Was sieht wie am besten aus? Unser Sortiment ist riesig und wir mischen auch gerne Elemente verschiedener Hersteller, das erhöht die Kreativität und Ungebundenheit zu Marken. Ein großer Trend ist bei uns die Glasküche mit Glasoberflächen: eine ganze Küche mit Glasfronten und -oberflächen.
Glas ist ein extrem robustes und schönes Material. Wir sehen aber auch einen Trend in Richtung Metalloberflächen, da entsteht eine einzigartige Optik und Haptik dabei. Wir bieten in unserem Gaggenau-Salon als Kundenservice die Einschulung durch unseren eigenen Haubenkoch an – er hat einen Michelin-Stern und kommt aus der Top-Gastronomie –, der zum Kunden nach Hause kommt und dort bei und mit ihm ein mehrgängiges Menü kocht und so auf seine Gaggenau- Geräte einschult.

Ihr Unternehmen gibt es seit 1998. Früher haben wohl meist Frauen die Küche ausgesucht, wie sieht es heute aus?
Immer mehr Männer stehen leidenschaftlich gerne in der Küche.
Wir erleben heute ganz stark, dass immer mehr Männer kochen, inklusive mir selbst. Ich stehe leidenschaftlich gern in der Küche. Männer kochen enthusiastischer, penibler. Das hat dazu geführt, dass die Männer auch eine erhöhte Bereitschaft für einen höheren Kaufpreis der Küche haben. Das heißt, das Budget hat sich deutlich nach oben verändert.

In welcher Preisklasse bewegt sich eine wirklich gute Küche?
Es hängt natürlich von der Geräteausstattung ab, aber eine wirklich gute Küche fängt bei 40.000 Euro an. In unserem Studio in Korneuburg gibt es schon Einsteigermodelle ab 8.000 Euro.

Hat die Digitalisierung die Art und Weise, wie Küchen ausgewählt werden, verändert?
Viele Kunden kommen mit klaren Vorstellungen zu uns, werfen sie aber fast immer über den Haufen, wenn sie in unseren Showrooms sind. Wir haben ein Team von hervorragenden Küchenplanern, da entstehen ganz andere Ideen, als der Kunde das vielleicht im Internet sehen kann.

www.faulmann.at

1. März 2022