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Valentina Nafornita: Die neue Prima Donna

Sie ist die neue Primadonna der Oper: Valentina Nafornita sorgt für Jubel an Opernhäusern von Rom, Paris, Mailand, Wien bis zu den Salzburger Festspielen. In OOOM spricht sie offen über Versagensängste, Fleiß, Familie, Inspiration, Träume – und warum eine erfolgreiche Karriere wichtiger als das Privatleben sein kann.

GEORG KINDEL28. Mai 2021 No Comments

Wie beeinflusst Covid-19 im Moment Ihre Karriere?
Ich bin meist Zuhause in Chișinău in Moldawien. Ich habe in Wien von 2011 bis 2020 gelebt, aber nach dem ersten Lockdown sind wir umgezogen. Ich war immer nur unterwegs und nie zuhause. Die ganze Situation trifft mich natürlich hart. Alles wurde abgesagt, auch ein paar Debüts. Natürlich ist das ein Problem für meine Karriere, ein finanzielles und ein künstlerisches. Wir brauchen die Bühne als Herausforderung zum Wachsen. Am Anfang habe ich nichts gesagt, aber mittlerweile finde ich es ungerecht. Die ganzen Kunstrichtungen sterben. Künstler geben ihren Job auf. Sie denken, vielleicht sollte ich etwas anderes als Kunst machen, wovon ich auch leben kann. Wir bekommen keine Unterstützung.

Sie haben gerade die Scheidung von Ihrem Ehemann Mihai Dogotari, einem Bariton, angekündigt. Ist es als Paar unmöglich den gleichen Job zu haben?
Wir waren beide im selben Ensemble, sind es aber nicht mehr. Wir sind seit 2015 selbstständig. Wir haben uns bereits kennengelernt als ich erst 16 war und angefangen habe professionell zu singen. Wir sind zusammen aufgewachsen und haben vor zehn Jahren geheiratet. 2011 habe ich auch den Vertrag in Wien bekommen.

Was bedeutet Familie für Sie? Ist die Karriere wichtiger?
Natürlich ist mir meine Familie wichtig, aber weil ich noch keine Kinder habe, kann ich nicht sagen, dass es das Allerwichtigste ist. Es ist mir sehr wichtig, eine erfolgreiche Karriere zu haben. Ich glaube, eine Familie allein würde mich nicht glücklich machen.

Wie war es damals für Sie, in Wien anzukommen?
Als ich von Moldawien nach Bukarest gezogen bin, war ich schockiert. Aber als ich von Bukarest nach Wien kam, habe ich mich sofort zuhause gefühlt, obwohl ich kein Deutsch gesprochen habe.

Was inspiriert Sie?
Ich denke, dass es wichtig ist, Inspiration im eigenen Job zu finden. Manchmal wenn ich in Moldawien bin, merke ich wie anstrengend es ist, meine gesamte Familie zu treffen. Einfach jeder will einen sehen und mit einem reden und ich fühle mich davon physisch erschöpft. Aber wenn ich am Ende des Tages von der Bühne oder aus dem Proberaum komme, fühle ich mich energiegeladen. Ich schätze, was mir das Leben geschenkt hat und benutze es als Inspiration für meine Arbeit und meinen Gesang. Und man sollte leidenschaftlich sein.

Sind Sie religiös?
Ich bin orthodox, mache einige Fehler, die ein sehr religiöser Mensch vielleicht nicht tun würde, aber bin religiös. Wir sind jeden Sonntag in die Kirche gegangen und haben niemals einen Tag ausgelassen, auch keine Feiertage.

Welche Träume haben Sie?
Ehrlich gesagt ist gerade mein einziger Traum, wieder auf der Bühne zu stehen. Dass das Leben wieder so schön wird, mit allen Freiheiten, die wir hatten. Alles andere kommt dann von allein. Was auch immer ich tun werde, ich werde es mit viel Liebe tun und ich werde es niemals als selbstverständlich ansehen.

Fotos
Petra Kamenar

Styling
Carole Reich

Hair & Make-up
MELANIE RIEBERER
www.rieberermelanie.com

Schmuck
GARBO Juwelen
am Stephansplatz
www.garbo.cc
Instagram: @garbojewels

Location
ALBERTINA MUSEUM WIEN
PRUNKRÄUME
www.albertina.at

Mode
01 Kleid: Eva Poleschinski
www.evapoleschinski.at

02 Kleid: Lena Hoschek
www.lenahoschek.at

03 Kleid: Michel Mayer
www.michelmayer.at

04 Kleid: Eva Poleschinski
www.evapoleschinski.at

05 Kleid: Elfenkleid
www.elfenkleid.com

28. Mai 2021