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Viktoria Veider-Walser: Wie wir uns erholen

DIE URLAUBSTRENDS 2022: Comeback der beliebten Urlaubsdestinationen * Erfolgreiche Sommersaison erwartet * Herbst als Gamechanger * Mehr heimische Gäste * Briten und Amerikaner bleiben noch aus. Kitzbühel-Tourismus-Geschäftsführerin Viktoria Veider-Walser über die neue Art Urlaub zu machen.

OOOM Trend-Redaktion1. März 2022 No Comments

Beim Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel, dem wichtigsten Wintersportereignis der Saison, waren 1.000 Zuschauer statt der sonst üblichen 50.000 zugelassen. Wie geht man als Tourismus-Managerin mit solchen Restriktionen um?
Man muss sie mit Fassung tragen. 1.000 Zuschauer sind natürlich sehr wenig, das merken wir nicht nur in der Hotellerie, auch in der Gastronomie. Und trotz allem darf man dankbar sein, dass die Rennen durchgeführt wurden. Wenn man mittelbis langfristig die Werbeeffekte sieht, die Bilder, die in die ganze Welt hinausgegangen sind, auch den Beweis, den wir wieder erbracht haben, dass wir selbst in Zeiten wie diesen Profis in der Abhaltung von Großveranstaltungen sind, dann war das Hahnenkamm-Rennen wieder ein voller Erfolg.

Soll Österreich die Pandemie im Tourismus lockerer handhaben?
Jeder versucht, die bestmögliche Entscheidung zu treffen und ich bin davon überzeugt, dass die klügsten Köpfe in Österreich das genauso für uns tun. Es ist immer einfach, etwas zu kritisieren, aber man muss es erst besser machen. Schlussendlich müssen wir mit dem leben, was uns vorgegeben wird und daraus haben wir die letzten zwei Jahre das Beste gemacht.

Was erwarten Sie für die Saison 2022?
Momentan erleben wir ein großes Interesse, was den Februar und März betrifft. Die Leute möchten gerne zum Schifahren zu uns kommen. Natürlich wissen wir: Jede neue Restriktion hat eine unmittelbare Auswirkung auf das Buchungsverhalten, daher sind wir noch etwas vorsichtig.
Wir rechnen im Winter mit einem Minus von 30% im Vergleich zum Vor-Corona-Winter, aber in diesem Jahr wenigstens mit einer schrittweisen Erholung. Die Sommer waren auch die letzten beiden Jahre sehr gut, schlussendlich wird der Herbst wieder ein Gamechanger sein und da müssen wir einfach jetzt schon Maßnahmen treffen, damit wir nicht wieder in einen Lockdown rutschen, wie es zuletzt im Dezember war.

Haben Sie weniger internationale und mehr österreichische Gäste?
In einem normalen Vor-Corona- Jahr kamen 50% der Gäste aus Deutschland und rund 20% aus Österreich. Dann kamen schon Großbritannien und die USA, bei diesen Ländern gingen die Buchungen um bis zu 97% zurück. Diese Gäste fehlen uns natürlich sehr. Viele davon sind Stammgäste, sobald es wieder geht, kommen sie nach Kitzbühel zurück. Gerade im 2020er- Jahr haben wir gemerkt, dass eine Vielzahl an neuen österreichischen Gästen zu uns gekommen ist.
Wir hoffen, dass das künftig aufgrund unserer Qualität und unserem Leistungsversprechen so bleibt. Generell gibt es einen Trend zu extrem kurzfristigen Buchungen, wo man nur sehr schwer vorausplanen kann.

Wie haben Sie es zuletzt geschafft, Stammgäste zu halten und eine neue Klientel anzusprechen?
Die Krise war für uns eine totale Umstellung. Wir sind ja eigentlich eine Werbeorganisation, plötzlich ging es darum, Krisenkommunikation zu machen. Aber das hilft auch bei der Krisenbewältigung.
Für uns war es wichtig, transparent, glaubwürdig und vor allem immer aktuell zu informieren: was ist möglich, was ist nicht möglich und mit welchen Einschränkungen muss man diesen Winter gezwungenermaßen leben. Ich denke, dass wir auch jetzt noch diesen Krisenmodus nicht ganz ausschalten dürfen und immer noch diesen Informations und Servicebereich weiter ausgebaut halten müssen.

Während der Pandemie sind Initiativen wie „Local Heroes“ entstanden, wo Sie lokale Persönlichkeiten präsentieren und fördern.
Wir haben während der Krise einen Markenbildungsprozess gestartet, ein co-kreatives Herangehen an das Zukunftsbild Kitzbühels und haben hier auch versucht, Inputs von außen, von allen Bewohnern dieses Lebensraumes einfließen zu lassen. Kitzbühel ist sehr bekannt, die Sympathiewerte fehlen uns aber, das ist in Studien ganz klar rausgekommen. Da haben wir uns gefragt: Wie können wir das verbessern? Wir haben authentische Kitzbüheler Persönlichkeiten vor den Vorhang geholt und den German Brand Award damit gewonnen.

www.kitzbuehel.com

1. März 2022