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Von Köck: Glänzende Aussicht

Sie schillern in den leuchtendsten Farben: blaue Tansanite, grüne Smaragde, rote Rubine, und zieren uns schmuckvoll. Ummantelt von edlen Weißgold- oder Platinfassungen findet man sie an unseren Hände, den Hals oder am Handgelenk. Was macht Steine so wertvoll, dass sie Hunderte, Tausende oder sogar Millionen Euro kosten? Der Juwelier und Edelstein-Experte Felix Köck-Marek, der am renommierten Gemological Institute of America ausgebildet wurde, erklärt in OOOM, wie Herkunft, Qualität, Trends und Einzigartigkeit Steine zu wahren Kostbarkeiten machen.

Claudia Ohswald10. Oktober 2019 No Comments
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Der Juwelier und Edelstein- Experte Felix Köck-Marek (www.vonkoeck.com), der am renommierten Gemological Institute of America ausgebildet wurde, erklärt im OOOM-Gespräch, worauf man achten muss.

Woran erkennt man einen Edelstein?

Edelsteine werden stets auf derselben Grundlage definiert: Seltenheit, Farbe und Langlebigkeit, das heißt, sie dürfen nicht trüb werden und müssen eine gewisse Härte aufweisen. Einige Edelsteine sind aufgrund ihrer chemischen Einschlüsse etwas fragiler als andere.

Wie werden Edelsteine klassifiziert und worauf muss man achten?

Man ist weltweit um eine einheitliche Kategorisierung bemüht. Jedes Land, jeder Markt verifiziert anders. Es ist sehr schwierig, und somit verlassen wir uns auf unsere persönliche Erfahrung. Jeder Edelstein wird überprüft und angesehen. Wir sind viel auf Reisen. Große Quellen sind Bangkok und Umgebung, also Thailand. Ein guter Markt ist Hongkong, und für besonders hochwertige Steine ist es Genf in der Schweiz. Wir fahren direkt zu den Minen, zu den ersten Handelsplattformen, und suchen uns vor Ort die besten Edelsteine heraus. Das Schmuckstück selbst wird dann zur Gänze in Wien hergestellt.

Gibt es für bestimmte Schmuckstücke besonders geeignete Steine?

Mit Sicherheit sind nicht alle Edelsteine für jedes Schmuckstück geeignet. Man muss bei der Verarbeitung auf die Härte der Steine achten. Bloß nicht aus Angst vor Kratzern das gute Stück in den Safe legen! Schmuck soll unbedingt getragen werden.

Wie schön ein Edelstein auch sein mag, Perfekt wird das Schmuckstück letztendlich durch seine Trägerin.

Werden Steine heute mehr als Wertanlage gekauft?

Steine sind zweifelsohne eine gute Wertanlage. Sie sehen nach 10 bis 20 Jahren immer noch gleich aus – ob getragen oder im Safe aufbewahrt, da besteht kein Unterschied. Wir arbeiten nur mit natürlichen Steinen. Wie man weiß, sind die Vorkommen begrenzt. Wenn der Rohstoff knapp wird, steigt der Preis. Ein sehr gutes Beispiel ist da der Tansanit – ein Edelstein, den es nur am Fuße des Kilimandscharo gibt, sonst nirgends. Ist diese Quelle einmal erschöpft, wird der Wert beträchtlich steigen. Oder Paraíba, ein Ort in Brasilien: Dort gibt es den Paraíba-Turmalin. Der Rohstoff ist dort fast zur Gänze erschöpft und der Preis entsprechend hoch. Turmaline wurden bisher nur noch in Mosambik gefunden. Jeder Stein ist einzigartig und befreit von Trends. Sie sind unvergänglich, unbeeinflussbar und werden Generationen überdauern. Ihre Schönheit bleibt. Da jede Trägerin unterschiedlich ist, ist es schwierig, einen Trend zu bestimmen oder zu erkennen. Auffallend ist auf jeden Fall der Trend zu wertigen Steinen. Schöne Steine kann man bereits ab 500 Euro haben. Wir bemühen uns, ein breites Sortiment anzubieten.

Machen Sie auch Sonderanfertigungen?

Sehr gerne verwirklichen wir spezielle Wünsche für unsere Kunden. Wir haben im hauseigenen Atelier zwei Goldschmiede. 3D-animierte Designprogramme zeigen zur besseren Vorstellung die gezeichneten Entwürfe. Wer es ganz genau wissen möchte, kann das Schmuckstück in Wachs gießen lassen. Man muss sich dann nur noch die Farbe des Goldes und des Steines vorstellen.

Schmuckstücke sollte man im Alltag genauso tragen können wie am Ball, dann sind sie perfekt gelungen.

Ordnen Sie einen speziellen Stein einem speziellen Typ zu? Oder kann jeder alle Arten von Steinen tragen? Ist es also nur Geschmackssache?

Das ist wirklich sehr individuell: Viele haben ihre Lieblingsfarben und Lieblings-Goldtöne. Hellere Typen tendieren eher zu Weißgold, dunkle Typen zu Gelb- und Rotgold. Im Sommer dominieren bei den Edelsteinen eher die warmen Farbtöne wie Gelb, Orange, dunkle Koralle, oder Steine, die ins Türkise gehen. Der Winter dagegen wird durch kühle Farbtöne wie Grün, Blau oder ein tiefes Rot geprägt. Fest steht, dass man das Schmuckstück an der Frau sehen muss, um richtig zu entscheiden. Abhilfe bietet da beispielsweise die AmOhre-Kollektion, die wir anbieten, ein Baukastensystem für unzählige schnell gewechselte Varianten: Creolen und Schmucksteine, die man einhängen kann – mit oder ohne Diamantakzenten. Schmuckstücke sollte man im Alltag genauso tragen können wie am Ball, dann sind sie perfekt gelungen.

Was macht ein Juwelier, um die Einzigartigkeit eines Steines hervorzukehren?

Man muss den richtigen Stein zum richtigen Preis finden. Da viele synthetische Steine im Umlauf sind, muss der Stein sorgsam überprüft werden. Echtheit und Optik müssen passen. Richtige Fassung und gelungenes Design runden alles ab. Perfekt wird das Schmuckstück letztendlich durch seine Trägerin.

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10. Oktober 2019