Lifestyle & Travel

Wohntrends der Zukunft

Wie werden unsere Häuser, Wohnungen und Städte der Zukunft aussehen? Durch die wachsende Weltbevölkerung verkleinert sich der uns zur Verfügung stehende Wohnraum. Nicht nur, dass es immer mehr Menschen in die Großstädte zieht, Architekten werden durch das kontinuierliche globale Bevölkerungswachstum vor neue Herausforderungen gestellt. Bis 2050 soll die Weltbevölkerung auf knappe 10 Milliarden Menschen anwachsen. Dabei sind China, Indien und die USA die Länder mit der größten Bevölkerungsdichte in den städtischen Ballungszentren. Im Jahr 1950 waren rund 25 Prozent der weltweiten Bevölkerung in Großstädten angesiedelt. 2050 soll dieser Prozentsatz auf 75 Prozent anwachsen.

Christina Zappella-Kindel31. Juli 2018 No Comments

Mobiles und autarkes Leben im Wohnwagon. Interview mit Theresa Steininger

Wie und wann entstand die Idee zum Wohnwagon?

Bei der Ideenentwicklung war es einerseits immer eine philosophische Komponente. Was braucht man wirklich für ein gutes Leben und wie könnte Wohnen in Zukunft aussehen, sodass man unabhängiger von diesem „Hamsterrad“ wird. Mein Geschäftspartner, Christian Frantal, hatte ein Gemeinschaftsgut wo das Thema Autarkie wieder spruchreif wurde. Und da kam die Überlegung, wie kann ich im Grünen bleiben, ohne dem Platz weh zu tun oder diesen vielleicht sogar noch zu bereichern? Da ist die Idee zum Wohnwagon entstanden.

Wie ist der Wohnwagon ausgestattet?

Der Wagen ist modulartig gebaut. Wir haben drei unterschiedliche Größen mit 6 Metern, 10 Metern und einen Wagen mit ausziehbarem Erker. Auch die Autarkie kann ich mir schrittweise zusammenstellen, bis zur vollen Unabhängigkeit und Autarkie. Je nach Wunsch und Bedürfnis des Kunden. Ausgestattet ist der Wohnwagon mit einer Biotoilette, einem Wasserkreislaufsystem mit Grünkläranlage und eine gekoppelten Solar-Badeofen- Heizung. Wir wollten mit dem Projekt zum Einen zeigen, dass autarkes Wohnen möglich ist und das auch gut geht.

Ist das Bewusstsein für mobiles autarkes Wohnen in unserer Gesellschaft schon angekommen?

Es ist gerade ein Prozess im Gang, der in den letzten Jahren begonnen hat. Es gibt in unserer Gesellschaft immer noch genug, die sich über ihre Autos und Häuser als Prestigeobjekt definieren. Es hat sich auch der Wohnraum in den letzten 40 Jahren massiv geändert. Was an Wohnfläche pro Person gebaut wird und zur Verfügung steht hat sich seit den siebziger Jahren verdoppelt. Aber ich glaube es entsteht gerade ein Umbruch. Wir haben auf unser Projekt sehr gutes Feedback bekommen.

Welchen Stellenwert hat das Wohnen heute?

Stehen Luxus und Gier an erster Stelle? Der eigentliche Luxus unserer Zeit liegt im Weglassen und die kleinen Dinge mit ihrer eigenen Seele auf sich wirken zu lassen. Immer mehr Leute, quer durch alle Altersschichten, auch Leute die Einfamilienhäuser gebaut haben, die dann den Wohnwagon betreten, durchatmen und sagen „ja, ich brauch nicht mehr“. Das ist auch beim Wohnen so. Man muss sich auf das reduzieren was man wirklich braucht, weg vom „Industrieschrott“ hin zum Essentiellen. Aber das Umdenken findet bereits statt.

31. Juli 2018