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Zukunftstower

Immobilien-Tycoon Günter Kerbler baut in der Wiener Seestadt Aspern das höchste Holzhochhaus der Welt mit 24 Etagen. 65 Millionen Euro investiert er in den 84 Meter hohen grünen Tower, der neue Maßstäbe für den Bau nachhaltiger Gebäude setzen soll. Anfang 2019 werden die ersten Mieter einziehen. In OOOM präsentiert Kerbler sein zukunftsweisendes Projekt und die innovativen Pläne dahinter.

Georg Kindel12. Juni 2018 No Comments

Er kaufte Medien, Banken, Hotels und Zinshäuser, brachte Firmen an die Börse, besaß zeitweise mehr als 1.000 Immobilien und hat bei all dem vor allem eines immer wieder unter Beweis gestellt: ein unglaubliches Sensorium für Erfolg. Schon in den 1990er-Jahren erkannte Günter Kerbler Trends vor allen anderen und machte damit ein Vermögen. Nun ist er wieder der Pionier, der in einem Metier neue Maßstäbe setzen will, mit dem man ihn nicht zwangsweise in Verbindung bringen würde: der Nachhaltigkeit.

Leuchtturmprojekt. Immobilieninvestor Günter Kerbler baut in der Wiener Seestadt Aspern das höchste Holzhochhaus der Welt, 84 Meter hoch und mit 24 Etagen. Ein urbanes Leuchtturmprojekt, das zeigen soll, wie man mit dem Werkstoff Holz auch nachhaltige Wohn- und Bürotürme bauen kann, die Atmosphäre haben, ein gesundes Klima erzeugen und in denen arbeiten und leben Spaß macht. Es scheint eine besondere Erfolgsgeschichte zu werden und ein klares Statement für Innovation, Nachhaltigkeit und moderne Work-Life-Balance, denn das Konzept ist überzeugend.

Blick in die Zukunft. Wer in den modernen grauen Drehstühlen Platz nimmt und einen Rundumblick wagt, sieht nur Holz und überdimensionale Glasfenster, die eine Atmosphäre schaffen, in der man sofort arbeiten möchte. Die gesamte Decke und die Wände sind aus naturbelassenem Fichtenholz, der Boden flauschig grau. Das Büro wirkt, als würden im nächsten Augenblick die Mitarbeiter durch die Tür kommen, ihre Laptops hochfahren und zu arbeiten beginnen. Aber der Schein trügt. Geht man einige Schritte weiter durch eine großflächige Glaswand, steht man auf einer Baustelle. „Wir wollen zeigen, wie das Ergebnis aussehen wird“, sagt Günter Kerbler, und setzt sich in die geräumige Küche, in der auf einer schwarzen Wand handgeschrieben „Herzlich willkommen im HoHo Wien“ steht.

Grüne Oase. Wie auch im restlichen Büro gehen die Fensterfronten bis zum Boden, was einen atemberaubenden Blick auf die Seestadt ermöglicht, die in den nächsten Jahren zu einer grünen Oase werden soll. Der künstlich angelegte See ist bereits fertig und vermittelt ein Urlaubsfeeling, das man sonst nur von der Adria kennt. Diese Qualität des Arbeitsumfelds findet man in einer Großstadt sonst selten. Kerbler und sein Team haben sich einiges überlegt – und ein Konzept entwickelt, das man sonst nur von visionären Playern wie Apple, Facebook oder Google kennt. Holz als Naturprodukt gewinnt immer mehr an Relevanz, auch im Städtebau.

Work-Life-Balance. Wer heute Top-Mitarbeiter in sein Unternehmen holen und sie an dieses binden will, muss ein perfektes Arbeitsumfeld bieten. Das HoHo Wien wird servicierte Co-Working-Spaces und Großraum-Einheiten ebenso umfassen wie ein Hotel, Restaurant und Apartments, die für einige Monate gemietet werden können, bis hin zu Fitness-, Beauty- und Wellnessebenen. Dem Trend, Holz verstärkt als gleichwertigen Baustoff im urbanen Raum zu nutzen, folgen mittlerweile auch Großstädte wie Paris, London oder Vancouver. „Wohnen mit Aussicht ist genauso beliebt wie ein Arbeitsplatz in luftigen Höhen. Der gemeinsame Nenner liegt im Gefühl von Individualität und einem Stück Freiheit. Beim HoHo Wien verleihen die sichtbaren Holz­oberflächen eine besonders gemütliche Atmosphäre“, so Caroline Palfy, Projektleiterin des Holz-Hochhauses.

130 Millionen Investition. Das HoHo Wien umfasst insgesamt fünf Baukörper zwischen sechs und vierundzwanzig Geschoßen. Die angewandte Holz­hybridbauweise setzt jedes Material so ein, wie es am besten den Anforderungen an Statik, Brandschutz und Raumqualität entspricht. Der Holzbauanteil liegt ab dem Erdgeschoß bei rund 75 Prozent. Neben dem HoHo Wien realisiert die Kerbler Holding auch den Seeparkcampus Ost, ein Bürogebäude und ein Wohn-Projekt. Das Gesamt­investitionsvolumen für alle Projekte zusammen beträgt rund 130 Millionen Euro.

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